Allgemein

Über Jahrtausende hatte die Jagd einen überaus grossen Stellenwert in der Gesellschaft - war zu Beginn der Menschheit Lebensgrundlage und entwickelte sich später zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis der Herrscher, Adeligen und Reichen.
Das Metier der Jagddarstellung ist in seiner historischen Tradition "Fürstliche Zeremonie" bzw. "Höfisches Vergnügen" und gleichzeitig Darstellung des Menschen im Einklang mit der Natur. Es gibt Tier- und Landschaftsdarstellungen künstlerisch wieder und verewigt immer auch den Ruhm des Jägers in der Jagdgesellschaft. Zunächst ein repräsentatives höfisches Kunstwerk, das die Mitwelt und namentlich andere damit beschenkte Fürsten beeindrucken sollte, wurde es mit der Zeit zu einem Andenken für die Nachwelt.

 

Geschichte

Jagdbilder stehen am Anfang des 16. Jahrhunderts an der Seite der in Deutschland noch neuen Erinnerungsmedien des Porträts und der Medaille, die ebenfalls der prospektiven Verewigung und somit dem "Ruhmeswerk" verpflichtet sind.
Im Barock gibt es eine grössere Anzahl grossformatig illustrierter Werke, da die Jagd in besonderem Mass dem höfischen Lebensgefühl entspricht. Barocker Prunk und Pracht entfaltet sich in den Jagdkostümen und Requisiten. Das Zeremoniell ist streng geordnet und spiegelt die Hierarchie der Gesellschaft wider. Johann Elias Ridinger hat die wohl berühmtesten Jagddarstellungen nicht nur des deutschen Barock geschaffen.
Im 18. Jhrd. entwickelte sich die Jagd in England zum Sport. Besonders ab ca. 1760 entstehen zahlreiche druckgraphische Blätter und Folgen zum gesamten Jagdprogramm. Die Unterteilung erfolgt nach vor, während und nach der Jagd, manchmal noch in einzelne Phasen unterteilt. Besonders zu erwähnen sind die Werke von Henry Alken, der bisweilen seine Blätter selbst stach. Englische Jagdstiche sind grösstenteils Farbstiche oder handkolorierte Stiche, bisweilen Mischformen aus beidem.

 

 


Literatur Allgemein

  • W. Stubbe, "J.E. Riedinger, Die Jagd in der Kunst", Hamburg und Berlin 1966
  • Galerie Karl und Faber, "Johann Elias Ridinger, Austellungskatalog", München 1979
  • O.H. Bockelsberg, "Das Jagdstück in der nordischen Kunst von der Gotik bis zum Rokoko", Halle 1936

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